Elif – Fort Knox

„Elif“ sagte mir vorher nichts, doch dieser Song ließ mich letzten Freitag (da war der Track in der „New Music Friday“-Playlist) aufhorchen. Ist das nicht ein wunderbares Tauflied?

Ich tauch dich tief in meine Liebe ein.
Bis zum Boden, bis du drin stecken bleibst.
Was zerbrochen ist, mach ich wieder heil.
Und tauch dich tief in meine Liebe, meine Liebe ein.

Vollständiger Text: MetroLyrics

Das ganze Lied klingt für mich wie eine großartige Verheißung der Liebe Gottes und ihrer heilsamen Wirkung auf die Seele.
Trotzdem habe ich einen Moment gezögert, ob es hier rein passt, denn: Die Sängerin Elif hat offenbar keinen christlichen Hintergrund. Ihre Eltern sind aus der Türkei stammende muslimische Einwanderer. Sie selbst steht wohl relativ distanziert zu Religionen im Allgemeinen. In einem Interview [Link] sagte sie sinngemäß: Mir ist die Musik wichtiger als Religion.

Und nun? Darf man das Lied trotzdem christlich interpretieren? Ich denke schon. Denn so, wie die Bibel vielfältig und mit anthropomorphen Bildern das Wesen Gottes als Liebe beschreibt und bezeugt, so können dies ja auch andere Menschen tun. Und wenn – ich weiß es wirklich nicht – die Songwriterin beim Schreiben dieses Textes ein muslimisches Gottesbild als Folie vor Augen hatte – wäre es nicht umso schöner, eine Gemeinsamkeit im Glauben auf diese Weise zu bezeugen und zu besingen?

Röm 11,33-36:
O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn »wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen«? (Jesaja 40,13) Oder »wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass Gott es ihm zurückgeben müsste?« (Hiob 41,3) Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.

Quellen und Copyright:

„Fort Knox“ by Elif: © 2017 Universal Music.
Bibeltext: Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

Udo Lindenberg – Durch die schweren Zeiten


Dieser Song von Udo Lindenberg hat mich diese Woche bewegt. Ich hatte viele Beerdigungen zu halten und habe dabei versucht, die Hoffnung zum Ausdruck zu bringen, dass Gott gerade in den schweren Zeiten da ist, uns auffängt, stützt und begleitet.

Dann habe ich entdeckt, dass der Predigttext für den kommenden Sonntag Quasimodogeniti sich ja genau damit befasst. Im Brief ist z.B. die Rede vom Vertrauen auf Jesus, obwohl man ihn nicht sehen kann (Vers 8) und vom „Bewahrt werden zur Seligkeit“, die sich jedoch erst am Ende der Zeiten zeigen wird.

Und Udo? Er schließt seinen Song mit:

Ich trag dich durch
Die schweren Zeiten
So wie ein Schatten
Werd ich dich begleiten

Ich werd dich begleiten
Denn es ist nie zu spät
Um nochmal durchzustarten
Wo hinter all den schwarzen Wolken
Wieder gute Zeiten warten

Daraus könnte doch eine spannende Predigt werden, oder?

Nachtrag:
Das ist draus geworden: Predigt_2016-04-03_Durch_die_schweren_Zeiten.pdf