Sondaschule – Schere Stein Papier

„Ich schau in den Spiegel und schwelg in Nostalgie“, so beginnt der Titelsong des aktuellen Sondaschule-Albums. Die sonst eher als Spaß-Rocker bekannte Ska-Punk-Band aus dem Ruhrgebiet will damit deutlich politischer sein. In „Schere, Stein, Papier“ rechnet das lyrische Ich mit seinem Leben ab, der Theologe würde sagen: Voller Sünden. Gewalt, Drogen, „immer wieder der Grund für Mamas Tränen im Gesicht, ich war nicht immer stolz drauf, doch ändern kann ichs nicht.“
Im Refrain dann „die Frage aller Fragen, am Ende liegt‘s bei dir: Himmel oder Hölle? Schere, Stein, Papier?“
Gewinnen oder Verlieren. 50:50 stehen die Chancen im Spiel. Himmel oder Hölle?

Liegt es wirklich bei mir? Kann ich mich entscheiden? Himmel oder Hölle? Und ist der Ausgang wirklich so ungewiss, wie in dem alten Fingerspiel?
Der vielleicht entscheidendste Basistext lutherischer Rechtfertigungslehre beantwortet diese Frage. Im Römerbrief (Römer 3,23-25) schreibt der Apostel Paulus:

Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. Den hat Gott für den Glauben hingestellt zur Sühne in seinem Blut zum Erweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden.

Für Christen ist die „Frage aller Fragen“ bereits entschieden. Denn auch wenn unser Leben voller Sünden ist: Gott vergibt sie, allein aus Gnade. Erreichen kann ich das nicht durch mein Tun, sondern allein durch Glauben, der mir geschenkt wird. Am Ende liegt‘s nämlich nicht bei mir, sondern allein bei Christus, der mich aus der misslichen Situation der Ungewissheit befreit: Himmel oder Hölle? Hab ich‘s in der Hand?
Ein anderer hat es in seine Hand genommen. Und er wird auch Mamas Tränen abwischen, hat er versprochen! (Offenbarung 21,4)

Der offizielle Pressetext der Band Sondaschule zu Song und Album interpretiert ihn übrigens etwas anders. Doch im Fazit stimme ich als Theologe vollkommen zu: Am Ende zählt doch allein die Schrift:

Am Ende, so hoffen die Ruhrpott-Helden aber, siegt die Macht des Wortes, des Papiers: »Schere, Stein, Papier«, das siebte Album der Sondaschule ist ein mutiges musikalisches Zeichen für Menschlichkeit.

(Quelle: http://sondaschule.de/presse/, abgerufen am 11.07.2017)

Quellen und Copyright:

„Schere, Stein, Papier“ von Sondaschule, © BMG Rights Management GmbH, 2017
Bibeltext: Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

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