Sondaschule – Schere Stein Papier

„Ich schau in den Spiegel und schwelg in Nostalgie“, so beginnt der Titelsong des aktuellen Sondaschule-Albums. Die sonst eher als Spaß-Rocker bekannte Ska-Punk-Band aus dem Ruhrgebiet will damit deutlich politischer sein. In „Schere, Stein, Papier“ rechnet das lyrische Ich mit seinem Leben ab, der Theologe würde sagen: Voller Sünden. Gewalt, Drogen, „immer wieder der Grund für Mamas Tränen im Gesicht, ich war nicht immer stolz drauf, doch ändern kann ichs nicht.“
Im Refrain dann „die Frage aller Fragen, am Ende liegt‘s bei dir: Himmel oder Hölle? Schere, Stein, Papier?“
Gewinnen oder Verlieren. 50:50 stehen die Chancen im Spiel. Himmel oder Hölle?
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Kesha – Praying


Eigentlich habe ich ja grad gar keine Zeit, da ich mitten in den Konfirmationsvorbereitungen stecke… aber wie fast jeden Freitag lief in der Mittagspause die New Music Friday Playlist, deren 2. Titel mich aufhorchen ließ: „Praying“ von Kesha, von der man (zumindest ich) so was nicht erwartet hätte. Irgendwie gehts um beten und sich ändern und dann war da noch was von Vergebung, die nur Gott leisten kann. Soweit, so klischeehaft.

Glaubt man jedoch der „Story“ dahinter, wie sie auf Genius im Kommentar zum Songtext steht, geht es um eine Art Abrechnung der Sängerin mit ihrem Ex-Produzenten, der ihr sexuelle, physische und seelische Gewalt zugefügt haben soll.

Vor diesem Hintergrund finde ich den „Spannungsbogen“ im Song theologisch durchaus bemerkenswert: Zunächst schildert sie, was er ihr alles zugefügt hat. Sie hoffe, dass er irgendwo kniet und betet, und sich ändert. Die zweite Strophe klingt aggressiver, sie droht ihm. Doch in der Bridge kommt dann eine spannende Wendung: Sie sagt, dass sie manchmal nachts für ihn bete, dass er vielleicht eines Tages das Licht sieht. Dann kommen noch zwei Zeilen, die es in sich haben:

Oh, some say, in life, you’re gonna get what you give
But some things only God can forgive

Entgegen des Annotators „Virtual Blaze“ verstehe ich die Zeilen so, dass sich diese Phrase „manche sagen, im Leben kriegt jeder was er verdient“ auf das Gerichtsurteil bezieht, mit ihr Peiniger bestraft wurde. Deswegen hat sie ihm aber noch lange nicht vergeben – manches kann nur Gott vergeben. Und deshalb betet sie für ihn – das finde ich echt bemerkenswert.