Letztens hab ich einen Freund getroffen

Inspiriert von Curse‘ Album Freiheit habe ich im Juli 2014 mal diesen Text für eine Andacht geschrieben:


 

Letztens hab ich einen Freund getroffen,
der meinte so ganz offen:

Schön dich zu sehen,
bleib doch mal stehen,
und hör auf zu rennen,
wie geht es dir denn?

Ich so:

Ganz gut soweit,
hab wenig Zeit,
wie geht es dir?
Was machst du hier?

Er so:

Jetzt mach mal langsam, hetzt nicht so,
früher warst du doch ganz froh

Ich:

Ja früher, da war alles gut,
Da hatte ich noch frohen Mut,

Er:

Und jetzt nicht mehr? Was ist passiert,
weshalb du jetzt nur noch rotierst?

Ich:

Willst du das wirklich wissen?
Mir geht es echt beschissen…

Er:

Ja man, komm, erzähl es mir,
was ist bloß passiert mit dir?

Ich:

Meine Frau ist abgehaun,
da war ich etwas Frust abbauen,
leider hat’s mein Chef gesehn,
am nächsten Tag durfte ich gehen.
Jetzt hangel ich von Job zu Job,
Stolpere von Flop zu Flop,
Jeden Tag ein bisschen schlechter
ist meine miese Devise,
seh‘ keinen Ausweg mehr aus dieser Krise

Er:

Man o man, das tut mir Leid,
du hast wohl echt ne schwere Zeit,
doch eines sag ich dir:
Nichts ist für die Ewigkeit,
schon gar nicht dieses Seelenleid

Ich:

Du hast ja gut reden,
dein Leben ist ein Segen,
aber wozu ist meins noch gut?
Wenn ich das hör, krieg ich echt ne Wut

Er:

Jetzt mach mal halblang,
so war das nicht gemeint,
nichts ist für die Ewigkeit heißt:
Alles hat halt seine Zeit

Ich:

Ja schön gesagt, alles hat seine Zeit,
nichts ist für die Ewigkeit,
doch wann hat das ein Ende,
wofür ich meine Zeit verschwende?

Er:

Das kann ich dir nicht sagen,
da musst den schon selber fragen,
der uns so herrlich regieret

Ich:

Haha, herrlich regieret
Ich würde sagen: an der Nase rumführet
Worin besteht denn der höhere Sinn,
Dass ich verdammt noch mal so abgebrannt bin?

Er:

Auch das kann ich dir nicht sagen,
da musst du ihn selber fragen,
ich bleib dabei:
Nichts ist für die Ewigkeit,
schon gar nicht dieses Seelenleid

Ich:

Ach wenn ich das doch glauben könnte,
was du da so einfach sagst,
wenn ich die Gelassenheit fände,
in der ich das alles ertrag

Er:

Komm und bet‘ mit mir,
vielleicht hilft es dir:

Gott bitte gib uns die Kraft
um zu ändern was wir können und zu akzeptieren dass
manche Dinge einfach sind wie sie sind
und bitte gib uns die Weisheit sodass wir sehen was der Unterschied ist.

Das Zitat ist Curse‘ Interpretation des „Gelassenheitsgebets“ von Reinhold Niebuhr, wie es als Refrain im Song „100 Jahre“ von Curse vorkommt.

Udo Lindenberg – Durch die schweren Zeiten


Dieser Song von Udo Lindenberg hat mich diese Woche bewegt. Ich hatte viele Beerdigungen zu halten und habe dabei versucht, die Hoffnung zum Ausdruck zu bringen, dass Gott gerade in den schweren Zeiten da ist, uns auffängt, stützt und begleitet.

Dann habe ich entdeckt, dass der Predigttext für den kommenden Sonntag Quasimodogeniti sich ja genau damit befasst. Im Brief ist z.B. die Rede vom Vertrauen auf Jesus, obwohl man ihn nicht sehen kann (Vers 8) und vom „Bewahrt werden zur Seligkeit“, die sich jedoch erst am Ende der Zeiten zeigen wird.

Und Udo? Er schließt seinen Song mit:

Ich trag dich durch
Die schweren Zeiten
So wie ein Schatten
Werd ich dich begleiten

Ich werd dich begleiten
Denn es ist nie zu spät
Um nochmal durchzustarten
Wo hinter all den schwarzen Wolken
Wieder gute Zeiten warten

Daraus könnte doch eine spannende Predigt werden, oder?

Nachtrag:
Das ist draus geworden: Predigt_2016-04-03_Durch_die_schweren_Zeiten.pdf